Zwischen Inkarnation, Christozentrik und Alterität. Claude Geffrés religionstheologischer Ansatz, Wort und Antwort 59/2 (2018) [special issue: Universales Prinzip. Christologie nach Claude Geffré OP ], 62-67.

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Am 9. Februar 2017, kurz nach Vollendung seines 91. Lebensjahres, verstarb in Paris Claude Geffré. Der französische Dominikaner, der sich Zeit seines Lebens mit zeitgenössischen gesellschaftlichen Fragen in theologisch-systematischer Perspektive

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  ISSN 󰀰󰀳󰀴󰀲󰀭󰀶󰀳󰀷󰀸GRÜNEWALD Wort und Antwort DOMINIKANISCHE ZEITSCHRIFT FÜR GLAUBEN UND GESELLSCHAFT 󰀵󰀹. JAHRGANG HEFT 󰀲 APRIL󲀓JUNI 󰀲󰀰󰀱󰀸 Universales Prinzip Christologie nach Claude Geffré OP   Inhalt Universales Prinzip. Christologie nach Claude Geffré OP Editorial 49Stichwort: Theologie der Religionen (Markus Kneer) 50Claude Geffré Jesus Christus, der alleinige Retter der Welt  54Dennis Halft Zwischen Inkarnation, Christozentrik und Alterität. Claude Geffrés religionstheologischer Ansatz  62Alessandro Cortesi Das Christentum als Religion des Evangeliums. Claude Geffré und die Theologie der Religionen  68Ignace Berten Die Christologie Claude Geffrés. Zur Bedeutung der nichtchristlichen Religionen  76Klaus von Stosch Claude Geffrés „Theologie des religiösen Pluralismus“. Eine Würdigung aus der Perspektive Komparativer Theologie 83Dominikanische Gestalt:  Chrys McVey OP (1933-2009) (Prakash A. Lohale) 89Bücher  (Christoph Brandt, Ulrich Engel, Rainer Gottschalg, Bernhard Kohl, Richard Nennstiel, Frano Prcela) 93 Titelbild: Altarbild einer kath. Kirche in Nagpur (Indien). Foto: © Dennis Halft Vorschau:  Heft 3 (Juli – September) 2018: Parrhesia. Wahr(heit) sprechen WORT UND ANTWORT | 󰀵󰀹. JAHRGANG HEFT 󰀲  APRIL󲀓JUNI 󰀲󰀰󰀱󰀸  49      E     D     I     T     O     R     I     A     L Wort und Antwort 59 (2018), 49 Editorial Die Ansprüche einzelner Religionen, besonders der monotheistischen, auf abso-lute und universale Wahrheiten sind in der (post-)modernen, globalisierten Welt kaum (mehr) plausibel. Christlicherseits fordert die Pluralität der Religionen die exklusive Heilsvermittlung durch Jesus Christus heraus, der nicht mehr der   Weg (Joh 14,6), sondern nur noch eine Nebenstraße unter vielen zu sein scheint. Wie lässt sich der Glaube an die (Heils-)Bedeutung von Leben, Tod und Auferstehung  Jesu mit der religiösen Vielfalt in Einklang bringen? Die vorliegende Ausgabe von  Wort und Antwort  nimmt den religionstheologischen Ansatz des französischen Do-minikaners Claude Geffré (1926–2017) zum Ausgangspunkt, um sich dieser Thema-tik zu stellen.Nach Einführung in die Grundlagen der Theologie der Religionen durch  Markus Kneer   (Schwerte/Münster), blenden wir einen O-Ton Claude Geffrés OP   in deutscher Erstveröffentlichung ein, in welchem er den dialogischen Charakter des Christen-tums anhand der Universalität des fleischgewordenen Wortes Gottes aufweist. Anschließend führt Dennis Halft OP   (Berlin/Jerusalem) in Geffrés Biografie und seine inkarnatorisch-christozentrisch verortete Theologie ein. Einem Vergleich des Ansatzes Geffrés mit anderen zeitgenössischen Religionstheologen (Jacques Dupuis, Peter C. Phan) widmet sich  Alessandro Cortesi OP   (Pistoia/Florenz). Ignace Ber-ten OP   (Brüssel) blickt zurück auf die christologischen Kontroversen um die Erklä-rung Dominus Iesus  der Glaubenskongregation aus dem Jahr 2000. Der Paderborner Theologe Klaus von Stosch  unterzieht Geffrés ‚inklusivistische‘ Position einer kriti-schen Würdigung in komparativ theologischer Perspektive. Abschließend stellt Prakash A. Lohale OP   (Toronto) in der Rubrik „Dominikanische Gestalt“ den US-Domi-nikaner Chrys McVey OP (1933–2009) vor, der jahrzehntelang als „Missionar“ in Pakistan lebte und dabei selbst eine Konversion erfuhr.Allen Übersetzer*innen der fremdsprachigen Originalbeiträge sei herzlich ge-dankt! Ulrich Engel OP/Dennis Halft OP  50      S     T     I     C     H     W     O     R     T Wort und Antwort 59 (2018), 50–53 | DOI 10.14623/wua.2018.2.50-53 Stichwort Theologie der Religionen Die Theologie der Religionen ist eine junge Disziplin und kann in ihrer Entstehung mit dem Wandel des Faches in Verbindung gebracht werden, dem sie häufig zuge-ordnet wird: der Fundamentaltheologie. 1  Der Wandel der Letzteren von der Apolo-getik zu ihrer heutigen Ausformung (als wissenschaftstheoretische Grundlegung der Theologie) bringt auch veränderte Wahrnehmungen anderer Religionen mit sich, die in der Theologie der Religionen reflektiert werden. Sie rezipiert anderwei-tige Beschäftigungen mit Religion (z. B. der Ethnologie, Religionswissenschaft und -philosophie), wirft aber über deren Horizont hinaus die Frage auf, welche Heilsbedeutung andere Religionen im Licht der Christus-Offenbarung haben kön-nen und welcher Wahrheitsanspruch ihnen zuzugestehen ist. Geschichte Die Theologie der Religionen kann, obwohl als Fach jüngeren Datums, auf eine lange Tradition zurückgreifen, die bis in die apologetischen Ursprünge christli-cher Theologie reicht, deren Grundlage sich in 1 Petr 3,15–16 findet: „Seid stets be-reit, jedem Rede und Antwort zu stehen ( πρὸς ἀπολογίαν  [zur Verteidigung]), der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt; aber antwortet bescheiden und ehr-fürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen. Dann werden die, die euch beschim-pfen, weil ihr in Christus ein rechtschaffenes Leben führt, sich wegen ihrer Ver-leumdungen schämen müssen.“So können gerade in der Zeit vor der sog. „Konstantinischen Wende“ schon Ansätze ausgemacht werden, die sich mit den Ansprüchen anderer Religionen auseinan-dersetzen. Als berühmtes Beispiel sei hier Justin der Märtyrer angeführt, der sich mit den beiden Religionen auseinandersetzte, zu denen sich das Christentum in der Antike notwendigerweise in Beziehung setzen musste: dem Judentum (im „Di-alog mit dem Juden Tryphon“) und dem Heidentum (in den „Apologien“ 1/2). In beiden Schriften wird die mit der Heilsfrage verbundene Wahrheitsfrage ange-sichts konkurrierender, aber (in Justins Sicht) auch komplementärer Entwürfe ge-stellt.  51      S     T     I     C     H     W     O     R     T Im Mittelalter tritt die Beschäftigung mit dem Islam hinzu, wobei schon der erste große christliche Apologet, Johannes von Damaskus, die Religionsfrage aufwirft: Für ihn handelt es sich beim Islam nicht um eine eigenständige Religion, sondern um eine christliche Sekte („De haeresibus“, Kap. 100). In der Neuzeit sind es vor allem die aufgrund der europäischen Entdeckungen und Eroberungen ermöglichten Begegnungen mit bisher unbekannten Religionen, die das Feld der Reflexion über Religion noch einmal erweitern. Aufgrund der einset-zenden Missionsaktivitäten in Indien, China und Amerika stellt sich die Frage, wie es um das Verhältnis von Religion und Kultur steht. Auch wenn sich das Au-genmerk in erster Linie auf die Verkündigung richtet, so steigt doch mit der Zeit auch das Interesse an der Wahrnehmung des Eigenstands anderer Religionen – wenn schon nicht in ihrem Beitrag zur Wahrheits- und Heilsfrage, so doch an ih-rer kulturellen Produktivität. Die Gräuel, die im 20. Jahrhundert am jüdischen Volk verübt wurden, sind der Aus-löser dafür, dass sich die katholische Kirche mit ihrem Verhältnis zum Judentum und zu allen weiteren nichtchristlichen Religionen auseinandersetzt. Diese Ver-hältnisbestimmung findet ihren lehramtlichen Niederschlag in den Dokumenten des II. Vatikanums, wobei hier vor allem die Erklärung über die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen  Nostra aetate  (NA) hervorzuheben ist. Religio-nen werden als „Lehren und Lebensregeln sowie auch heilige Riten“ definiert, de-ren anthropologische Funktion entsprechende Würdigung findet. Darüber hinaus wird auch eine theologische Anerkennung formuliert: „Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist. Mit aufrichtigem Ernst betrachtet sie jene Handlungs- und Lebensweisen, jene Vor-schriften und Lehren, die zwar in manchem von dem abweichen, was sie selber für wahr hält und lehrt, doch nicht selten einen Strahl jener Wahrheit erkennen las-sen, die alle Menschen erleuchtet“ (NA 2). Wie diese Anerkennung sich konkreti-siert, zeigen dann NA 3 für den Islam und NA 4 für das Judentum, wobei die beson-dere religionstheologische Beziehung zu letzterem aufgrund des gemeinsamen Erbes betont wird. Was auch das 16. Kapitel der Dogmatischen Konstitution über die Kirche, Lumen gentium  (LG), unterstreicht: Die Beziehungen der katholischen Kirche zu den verschiedenen Religionen sind abgestuft, das besondere Verhältnis einzelner Religionen wird hervorgehoben (Judentum, Islam). 2 Aus dieser geschichtlichen Spurensuche lassen sich auch die Themen ersehen, die eine besondere Rolle spielen: Kirche, Religionen, Dialog. Themen Die drei hier angesprochenen Themen der Theologie der Religionen werden zwar separat behandelt, sind aber immer aufeinander verwiesen. 3  Die Kirche ist in ge-wisser Weise Teil der Welt der Religionen, grenzt sich jedoch zugleich auch von ihr ab, was jedoch nicht Abschottung bedeutet: Das kirchliche Bekenntnis eines Got-
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