Heckmann,R. & Rieger,C. 2001: Wanzen aus Baden-Württemberg - Ein Beitrag zur Faunistik und Ökologie der Wanzen in Baden-Württemberg (Insecta, Heteroptera)

Description
Heckmann,R. & Rieger,C. 2001: Wanzen aus Baden-Württemberg - Ein Beitrag zur Faunistik und Ökologie der Wanzen in Baden-Württemberg (Insecta, Heteroptera)

Please download to get full document.

View again

of 20
All materials on our website are shared by users. If you have any questions about copyright issues, please report us to resolve them. We are always happy to assist you.
Information
Category:

Research

Publish on:

Views: 10 | Pages: 20

Extension: PDF | Download: 0

Share
Tags
Transcript
  'u lau u € ea 'u L z { nEA en oeE N ,E u€ E N nu u - u u a u ' uu u eeelea q u a u . u + ae p e e udqo -o a ' r -n q u e uaeedsuq e n q 6 6e u q r e u e a €e '1le un 2 '0 6 | uo -au 1 q - e u u uu r euma - lu ud a e 'e a uu r euuu 1 - uln u e u 1 n o -e s n u - 6pen 'aaoeEo 'e e m u uoau1 1 - M u ee u ; u " Y u ae e - un-o N -u , ee d u 6 u O ue C :S NH V un 'pu s ^ee J q : e lo n E t B p d so a u eu M 'aEn I Ä z sA ^ s ^p a seÄv -q eÄ ao s o u o a n da 1 lo n (dee ( Äop nO pda l 'uuo m ^pp eC dq 'm u o aee o l nC A d - e p l 'z ^a s Äv w e 'euM qne u a- uuu -da 6 (doec On u u 6 su O = - u u 3 C L ozoeq q 8 6 eo  82 carolinea, 59 (2001) 140120 100 80604020 0 l*ffi Larven n lmagines 2. Neue Arten und ergänzende Angaben zur Ver breitung und Biologie einiger seltener ArtenCeratocombidae Ceratocombus coleoptratus (ZF n FBSTEDT. 1 81 9) Diese Art ist aus BW bisher nur vom Spitzberg bei Tü- bingen (SctlwoEnBEL 1957), aus der Wutachschlucht (KLESS 1961; RH vid.) und dem Wollmatinger Ried bei Konstanz (Hecrvaruru 1990) bekannt.lm Westried des Mindelsees wurden .l9Bg Untersuchun-gen mit Bodenfallen durchgeführt (HECKT/ANN 1991). Für Ceratocombus coleoptratus ergaben sich folgende Fangzahlen, die Daten geben den Tag der Leerung:8220NW l\,4öggingen, lvlindelsee, Westried, üache. 24.5. bis 22.12.89, 144138, 1 3 Larven. - Huteweide: 6.6. bis 24.10.89,24110. Koooelweide: keine Nachweise. - zweischürige Fettwiese: 1 8.7.89, 1 10, 24.1 1 .39, 01 1. - Streuwiese: 24.5. bis 24.11.89,313/143, 62 Larven. Alle Funde aus Bodenfallen, K ECHLE leg. und RH det. Das Westried war ursprünglich ein Kalkflachmoor, die verschiedenen Parzellen werden nun seit Jahrzehnten unterschiedlich genutzt. Die gesamten Daten der 567 Abbildung 1. Populations-dynamik von Ceratocombuscoleoptratus ZErr. im NSG Mindelsee auf der Basis vonBodenfallenJängen. Die zweiMaxima an lmagines mit vor- angehenden Larven deuten auf zwei Generationen pro Jahr, ebenso das Fehlen von Larven in der zweitenJulihäljte. Die Art überwintert im Eistadium. - Die Funde in den f ünf Bewirtschaftungsty-pen (siehe Text) sind in den Diagrammen summiert. 14- tägige Fallenexposition ab dem 14.3., vom 26.9. bis 22.12.89 jeweils 30-tägig. Die erste Augusthälfte 1989 war kalt und verregnet, was vermullich zu geringeren Fundzahlen führte. Individuen (492 lmagines und 75 Larven) aus den ver- schiedenen Bewirtschaftungstypen werden als Phäno-gramm dargestellt (Abb. 1). Es zeigt sich eine 2-gipfellge lndividuenverteilung, wo- bei zunächst nur Larven rn den Fallen gefangen wur- den. Die Art hat hier also im Gegensatz zu Nord- deutschland (MELBEB, pers. Mitteilung) zwei Genera- tionen pro Jahr. Das Fehlen von lmagines zu Anfang des Jahres und das ausschließliche Vorhandenseinvon Larven Anfang Mai deutet auf eine Uberwinterung im Eistadium hin. Die Art bevorzugt strukturreichereund landwirtschaftlich extensiv oder gar nicht genutzte Flächen, die deutlich nassen Charakter haben. Wie-sen mit Flutrasencharakter werden vollständio qemie- den (Koppelweide). Zu dem Fundort Wollmatinger Ried werden hier nun die genauen Funddaten geliefert, sowie weitere Fund-orte aus dem Landkreis Konstanz und von der Schwä-bischen Alb angegeben. Alle Nachweise von Konstanz stammen aus Bodenfallenexpositionen von Herrn Jo- SEF KTECHLE (Singen). Beim Fundort im NSG Wollma- tinger Ried handelt es sich um eine Senke in einer zweischürigen Fettwiese, die jedoch dort von derStruktur eher lückigen Streuwiesencharakter hat und  HecrvRruru & Rrecen: Wanzen aus Baden-Württemberq 83 Abbildung 2. Populations-dynamik v on C ryptostemmawaltli FtEB. im NSG Mindel- see aul der Basis von Bo- denfallenfängen. Aufgrund der geringen Individuenzahl,besonders bei den Larven, ist es nicht klar, ob die Artzwei oder drei Generationen pro Jahr hat. Das Maximum der ersten Generalion ist sechs Wochen vor dem lVa- ximum der ersten Generati- on bei Ceratocombus cole-optratusZErr., die letzle Ge-neration stimmt zeitlich über- ein. Weitere Erläuterungen siehe Abbildung 1. einem Strandwall benachbart ist (Rückzugsmöglich- keit bei Hochwasseo. 8320NO Konstanz, Wollmatinger Ried, "Zugwiesen", 30.6.89, 2911 und 14.7 .89, 2514 (HEOKN/ANN 1990). 8321NW Konstanz, Hockgraben, Gumpertslohn, feuchteGlatthaferwiese, 14.7.86, 1lO. Alle Funde aus Bodenfal- len, alle KTEoHLE leg. und RH det. 7720SW Tailfingen, Schloßberg, 18.8.86 2/0, aus Bodenfalle, DTrIMAR leg. Dipsocoridae Cryptostemma al ienum (HEBRTcH-ScHAEFFEF, 1 835)Diese versteckt unter Steinen oder im Ufersand leben-de Art wurde zuerst am 30.9.1 909 vom Donauufer bei Ulm nachgewiesen (RTEGER 1972), später in der Wut- achschlucht (KLESS 1961; RH vid.) und im Tauber- gießen (Scr-rvro 1972). Alle bisherigen Nachweise aus BW stammen vom Ufer fließender Gewässer. Am Nord-ufer des Bodensees scheint die Art häufiger zu sein, am südlichen Ufer wurde sie bisher noch nicht gefun- den. Der Nachweis vom April deutet auf eine Überwin-terung als lmago hin. W Larvent:::.:1 lmagines 81 18SW Engen, KGR Binningen, 9.8.97, 1 Ex. unter Stein amUfer, RH. 8220NO Sipplingen, Bohnenbach, 9.8.97, 3i3 unter größeremStein am Hochwasserrand des Bodensees, RH. 8322NW Hagnau a. 8., Schloß Kirchberg, 7.4.97, 1lO, unlel nassem Stein am Hochwasserrand des Bodensees, RH. 8324SW Goppertsweiler, Argental, 12.7.97, 2/4, unter großenSteinen auf einer Sandbank, CR. Cryptostem ma walt/l FTEBER, 1 860 Aus BW. sind von dieser Art bisher 6 Fundorte bekanntgeworden (KLESS 1961, RTEGER 1987,1989, HECKMANN 1996). Das häufige Vorkommen in Bodenfallen deutetan, dass die Art aufgrund ihrer versteckten Lebenswei-se vielerorts übersehen worden ist. 1989 konnten bei einem Bodenfallenprojekt im NSG Mindelsee (siehe C. coleoptratus) Nachweise von 165 Individuen der in nassen Moospolstern lebenden Ad er- bracht werden. Aus der Literatur (WAGNER 1967) ist nurein Vorkommen von Juli bis Oktober bekannt, wohinge-gen sich aus den Funden entnehmen lässt, dass diese Art (auch ?) als lmago überwintert, da noch im spätenNovember reichlich Individuen vorhanden sind, verein- zelt noch im Dezember. Es ergeben sich drei diskreteMaxima an lmagines im Mai, Juli und September, was  84 carolinea,59 (2001) w Larven Lrr lmagines -   t\) N) f\) :- v' J sc(o-=-1+ N)-Jt{- ü9-s"*q o--: N)i-i:--l- N) (o A l (o 90b9:,90 c,: I tr: .'90 P -{@ I :.J )t \ (n N) t\)(n N) A (Jl N)O) (, : O)O) (o f\) h , F N) F N) A E Lo f\) ) aul drei Generationen pro Jahr schließen lassen würde(Abb. 2). Es sind jedoch zu wenig Daten, besonders zu wenige Larvenfunde, um mehr als einen vagen Ver- dacht zu äußern. Es scheint wiebei Ceratocombus co- leoptratus eine deutliche Bevorzugung der strukturrei- cheren und der landwirtschaftlich nur wenig beeinfluss-ten Wiesen zu geben, alle Wiesen hatten deutlich nas-sen Charakter. Die Daten geben den Tag der Leerung. 8220NW lvlindelsee,Westried - Brachfläche, 23.5. bis 22.12.89,55/28, 1 Larve - Huteweide, 24.10.89. 1 lO. - Koppelweide, 24.1 0.89, 1 /0. - zweischürige Fettwiese, 20.6. bis 24.11.89 ,4lO - Streuwiese, 23.5. bis 24j0.89,22125,I LaryenAlle Funde aus Bodenfallen, KTEoHLE leg. & RH det. Notonectidae Notonecta r. reuteri HUN?ERFoRD, 1 928Hochmoortier, das bisher nur im Horn- und Hohlohsee bei Kaltenbronn (RTEGEF 1974, VorGr 1977) und im Schurmsee bei Schönmünzach (Votcr 1977) gefun-den wurde. 781sSW Schonach, Blindensee,8.8.2000,3i0, RH. Abbildung 3. Populationsdy- namik von Chartoscirta cocksl CuRr. im NSG Min-delsee auf der Basis von Bo- denfallenfängen. Uber das ganze Jahr verteilt finden sich lmagines, Larven abEnde April, mit einem Maxi-mum Ende Mai. Bis Anfang Juli finden sich vor allem noch späte Larvenstadien @./5.1, ab Mitte Juli wiederverslärkt f rühe Larvenstadi-en (1.12./3.). Möglicherweisetritt eine partielle zweite Ge- neration auf. Weitere Erläu- terungen siehe Abbildung 1. Gerridae Gerris asper FtEBER, 1 860Zwei Schwerpunkte kennzeichnen die Verbreitung die-ses seltenen Wasserläufers. Einmal das OberrheinischeTiefland (WAGNER 1961 , ScHN,4rD 1972, KöGEL 1983,84) und andererseils Oberschwaben (STRAUSS 1987, LöDER-BUSOH 1989). Das Vorkommen im Wollmatinger Riedwurde ohne Funddaten mitgeteilt (HECKI/ANN 1990). 7712NW W Rust, 28.7.67, 1 Ex.; bei SoHMTD (1972) unter Llm- noporus rufoscutellatus LATR. aufgeführt (coll. KLESS, HEcKN,4ANN rev. v.2000). 8320NO Konstanz. Wollmatinger Ried. alle KTEcHLE leg. - "Felbenrain", 30.5.89, 0/1, in Bodenfalle - "Stinkgraben", 30.6.89, 1/0, in Bodenfalle - "kurze Zü e", 1 4.7.89, 1 /0, in Bodenfalle - Lehmgrubentümpel, 21.4.2000, 0i 1, RH. 8219SW Radolfzell, Aachried, Aachufer bei der ehemaligen Ziegelei, 23.4.2000, 2/0, zwischen der Ufervegetation,flieht nicht auf das offene Wasser, sondern versteckt sich zwischen Pflanzenstängeln, RH. Gerils c. coslae (HERRTcH-SCHAEFFER, 1850) Votcr ('|971) nennt die Art vom Wildseemoor bei Kal-tenbronn.  Hecrvnruru & Rteeen: Wanzen aus Baden-Württemberg B5 Abbildung 4. Verbreitung von Salda morio ZETT. im westlichen Europa. 8326NO lsny, Adelegg, westlich der Wenger Egg-Alpe, 1060m NN, auf Graben, 30.7.85, 2/2, CR. Saldidae Cha ftosci rta cocksrT (Cunrts, 1 835)Für diese Art sind aus der Literatur für Baden-Würt-temberg zehn Fundpunkte bekannt, an denen 19 Ex-emplare gefunden wurden. Außerdem kennen wir wei- tere sieben nicht publizierte Fundpunkte mit 14 nach- gewiesenen Exemplaren. In ganz Baden-Württemberg wurden also zwischen 1900 und 1995 bisher 32 Ex- emplare der Art gefunden, eine wohl eher seltene Art.Eine Aufnahme der Art in die "Rote Liste" erschien da-mit gerecht{ertigt (RtEGER 1979). Bei den schon oben angesprochenen Untersuchun-gen mit Bodenfallen im Westried des NSG Mindelsee(MTB 8220NW) wurden 1989 insgesamt 3532 lmagi-nes und Larven (Abb. 3) von Ca. cocksll erfasst (alleKtecHre leg. & RH det.). Das Material stammt von B Probeflächen, die auf 5 verschiedene Weisen bewirt- schaJtet wurden. Es zergt sich im Gegensalzzu Cera'tocombus coleoptratus und Crytostemma waltli einedeutliche Bevorzugung der Koppel- und auch der Hu- teweiden, welche von den beiden anderen Arten fast vollständig gemieden werden. Diese Bewirtschaftungs-typen werden sonst nirgends im "NSG Mindelsee" an-getroffen.Macrosaldula scorba (CuRrs, 1835) Von Muggenbrunn, Präg (MEESS 1907), dem Neckarbei Tübingen (SCHWoEBBEL 1 966) und der Wutach- schlucht (KLESS 1961) genannt. Die Art liebt Sand- und Kiesbänke entlang größerer Fließgewässer mitguter Wasserqualität. 8011SO Weinstetten, Rheinufer, 11.8.83, 2/0, PANKow leg. 81 11NW GriBheim, Kiesbänke am Rheinuler (nahe "Panzer-rampe"), iv.94. NFUMANN leg.. 17.5.97. EssEB leg..9.5. und 16.5.98, CR, 10.6.98, L, ScHMlDr leg. Die Art ist an dem Fundort häufig, allerdings bei heißem Welter äußerst flüchtig und nur schwer zwischen den groben Kiesbrocken zu erwischen. 8324SW Goppertsweiler, Sand-/Kiesbank am A(gen, 12.7.97,CR und 20.7.2000, RH, jeweils sehr zahlreich. Salda henschii (REUTER, 1 891 ) Diese Art war aus Baden-Württemberg bisher nur aus dem Wildseemoor im Nordschwarzwald bekannt (votcr 1977). 81 14NW Feldberg, Seebuck, Grüble, 15.9,99, 0/1 , RH. Salda littoralis (LTNNAEUS, 1758)Für das Vorkommen der Art in BW existiert in der Lite-ratur nur der Hinweis "Schwarzwald (coll. EcKERLEIN > Mus. Gev )" ohne genauere Fundortangabe (PERtcARr 1990). Durch das freundliche Entgegenkommen vonDr. CHARLES LTENHARD (Genf) hatten wir (RH) die Ge-
Related Search
Similar documents
View more...
We Need Your Support
Thank you for visiting our website and your interest in our free products and services. We are nonprofit website to share and download documents. To the running of this website, we need your help to support us.

Thanks to everyone for your continued support.

No, Thanks